Arbeitskräftemangel treibt Bedarf an Automatisierung voran
Wildeboer ist ein deutscher Hersteller von Komponenten und Bauteilen für Brandschutz, Lüftungssysteme, Lärmschutz und Gebäudesysteme. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Weener und verfügt über eine Produktionsfläche von 60.000 m². Die Stadt Weener hat nur etwa 15.000 Einwohner, was die Suche nach Personal erschwert. Das Unternehmen erkannte daher einen klaren Bedarf an Automatisierung in seinen täglichen Abläufen, um die Produktivität sicherzustellen und langfristig im Geschäft zu bleiben.
Technische Interoperabilität
Jungheinrich, ein bewährter Anbieter von integrierten Automatisierungssystemen, lieferte eine vollständige und skalierbare Lösung für Wildeboer. Eine der wichtigsten Errungenschaften des Projekts war die Integration verschiedener automatisierter Fahrzeuge in eine einzige, gemischte Flotte. Diese wird von einem einzigen Steuerungssystem verwaltet. Möglich wurde dies durch Technologien wie den VDA 5050-Standard und die Fahrzeugsoftware NDC Solutions von Kollmorgen, die nativ über VDA 5050 kommuniziert und so eine nahtlose Interoperabilität und einen höheren Durchsatz ermöglicht.
Nahtloser Transport durch die gesamte Anlage
Die gemischte Flotte bei Wildeboer besteht aus sechs Jungheinrich ERC 213a AGVs, die mit Kollmorgen-Technologie ausgestattet sind, und einem mobilen Roboter SOTO. Die AGVs von Jungheinrich werden zum Transport großer Ladungsträger wie EPAL-Paletten und Gitterboxen zwischen verschiedenen Standorten in der 60.000 m² großen Anlage eingesetzt.
Zunächst holt das FTS die Ladung vor dem Logistikzentrum ab und transportiert sie zum Produktionsbereich. Sobald ein Artikel hergestellt wurde, holt das FTS die Ladung vom Arbeitsplatz ab und bringt sie zurück zum Logistikzentrum – entweder zum Lager oder zum Versandbereich.
Vom Arbeitskräftemangel zu höherer Produktivität
Das automatisierte System bewältigt nun mehr als 83 Paletten- und Käfigtransporte sowie 22 Kleinguttransporte pro Stunde, was die Produktivität drastisch steigert und gleichzeitig einen reibungslosen Mensch-Maschine-Betrieb gewährleistet. Darüber hinaus entlastet die Automatisierung von Routineaufgaben die Mitarbeiter und trägt gleichzeitig zur Bewältigung des Arbeitskräftemangels bei.
Was ist VDA 5050?
Der VDA 5050-Standard wurde entwickelt, um die Integration automatisierter Fahrzeuge verschiedener Hersteller in ein einziges Steuerungssystem zu vereinfachen. Durch die standardisierte Kommunikation zwischen AGVs, AMRs und der übergeordneten Steuerungssoftware können gemischte Flotten in derselben Umgebung betrieben werden.

Die Norm wurde gemeinsam vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) initiiert und soll eine universelle Schnittstelle für Interoperabilität bieten.
Während die Akzeptanz international zunimmt, kann die Implementierung von VDA 5050 in realen Umgebungen nach wie vor mit technischer Komplexität verbunden sein – insbesondere bei der Abstimmung unterschiedlicher Fahrzeugtypen, Softwaresysteme und betrieblicher Anforderungen.
VDA 5050 ist nur einer von vielen Wegen zur Interoperabilität. Die Technologie von Kollmorgen unterstützt sowohl standardisierte als auch maßgeschneiderte Lösungen und wird durch ein globales Netzwerk von AGV- und AMR-Anbietern unterstützt. Wenn Sie herausfinden möchten, was für Ihre Einrichtung am besten geeignet ist, stehen wir Ihnen gerne mit Flexibilität, Erfahrung und bewährten Ergebnissen zur Seite.