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Reaktion auf Fehlerzustände mit S300-S700 | 02 Mai 2017 | |

Reaktion auf Fehlerzustände mit S300-S700

Gültig für S300, S700

Abhängig von der Art der aufgetretenen Störung, werden innerhalb von S300/S700 unterschiedliche Fehlerbehandlungen (Fehler-Ebenen) durchlaufen:

LEVEL 0 : Warnung ohne STOP

Eine Störung wird als Warnung Nr. xx im Display angezeigt (Anzeige nxx).

Darüber hinaus wird im Statusregister ein Warnungsbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann. Die Endstufe bleibt enabled, der Verstärker ist weiterhin betriebsbereit (BTB), der Betrieb kann u.U. eingeschränkt sein (Strombegrenzung). Mit dem Verschwinden der Störungsursache ist sofort ein uneingeschränkter Betrieb möglich.

LEVEL 1 : Warnung mit STOP

Eine Störung führt zum Anhalten des Antriebs (Nothalt). Das Abbremsen erfolgt drehzahlgeregelt mit der Nothalt Rampe (DECSTOP). Die Endstufe bleibt enabled, der Verstärker ist weiterhin betriebsbereit (BTB). Weiterer Betrieb ist erst nach Quittieren (CLRFAULT) bzw. Verschwinden der Fehlerursache möglich. Die Störung wird als Warnung Nr. xx im Display angezeigt (Anzeige nxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Warnungsbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.

LEVEL 2 : Fehler mit STOP und anschließendem Sperren der Endstufe

Eine Störung führt zum Anhalten des Antriebs (Nothalt). Das Abbremsen erfolgt drehzahlgeregelt mit der Nothalt-Rampe? (DECSTOP). Nach dem Erreichen der Stillstandsschwelle VEL0 (spätestens nach der Zeit EMRGTO) wird die Endstufe gesperrt. Der Verstärker ist nicht mehr betriebsbereit (kein BTB), weiterer Betrieb ist erst nach dem Quittieren (CLRFAULT) der Störung möglich. Die Störung wird im Display als Fehler Nr. xx angezeigt (Anzeige Fxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Fehlerbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.

LEVEL 3 : Fehler mit SENSORLESS STOP und anschließendem Sperren der Endstufe

Eine Störung führt zum Anhalten des Antriebs (Nothalt). Das Abbremsen erfolgt ohne Positionsinformation der Rückführeinheit. Nach dem Erreichen des Stillstands wird die Endstufe gesperrt. Der Verstärker ist nicht mehr betriebsbereit (kein BTB), weiterer Betrieb ist erst nach dem Quittieren (CLRFAULT) der Störung möglich. Die Störung wird im Display als Fehler Nr. xx angezeigt (Anzeige Fxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Fehlerbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.

LEVEL 4 : Fehler mit sofortigem Sperren der Endstufe

Eine Störung führt zum sofortigen Sperren der Endstufe. Der Antrieb trudelt unkontrolliert aus, der Verstärker ist nicht mehr betriebsbereit (kein BTB). Der weitere Betrieb ist erst nach dem Quittieren (CLRFAULT) der Störung möglich. Die Störung wird im Display als Fehler Nr. xx angezeigt (Anzeige Fxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Fehlerbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.

Folgende Tabelle gibt Aufschluss über die Zuordnung der einzelnen Störungen zu den Fehler - Ebenen. Alle Störungen der Ebene 0 und 1 (Warnungen) können einzeln zu den Störungen der Ebenen 2,4 umkonfiguriert werden (Parameter WMASK). Alle Störungen der Ebenen 2 und 3 können einzeln zu den Störungen der Ebene 4 umkonfiguriert werden (Parameter ERRCNFG). Klick auf die Fehlernummer öffnet eine Seite mit detaillierten Erläuterungen.

Bei den Fehlern, die gleichzeitig den Ebenen 2/3 und 4 zugeordnet sind, entscheidet über die Ebenen - Zugehörigkeit der Zustand der Parameter ACTFAULT und MBRAKE.

ACTFAULT=1 oder MBRAKE=1   LEVEL 2 bzw. 3    (Default-Einstellung) 
ACTFAULT=0 und MBRAKE=0   LEVEL 4

DisplayResetLevelVerzögerungStörung
F01SW2,4+Fehler Kühlkörpertemperatur
F02SW2,4 Fehler Überspannung
F03SW2 Schleppfehler (Sercos)
F04HW*3,4 Feedback-Fehler
F05SW2,4 Fehler Unterspannung
F06SW2,4+Fehler Motortemperatur
F07HW2,4 Fehler Versorgungsspannung
F08HW*3,4 Fehler Überdrehzahl
F09HW4 Fehler EEPROM
F10HW2,4  Fehler ROD-Kabelbruch (nur S300)
F11HW*2,4 Fehler Haltebremse
F12HW2,4 Fehler Motorphase fehlt (in Vorbereitung)
F13SW2,4+Fehler Umgebungstemperatur
F14HW2,4 Fehler Endstufe
F15SW2,4 Fehler I2tmax überschritten
F16SW2,4 Fehler Netz-BTB
F17HW2,4 Fehler A/D-Wandler
F18HW*2,4 Fehler Bremsschaltung
F19SW2,4 Fehler „fehlende Netzphase“
F20HW2,4 Fehler „Slot-Karte“
F21HW*2,4 Fehler „PROFIBUS Handling“
F22SW2,4 Fehler Erdschluss
F23HW*2,4 Fehler „CANBUS Bus - Off“
F24SW2,4 Fehler „Warnung“
F25HW*3,4 Fehler „Kommutierungsfehler“
F26SW2,4 Fehler „Hardware Endschalter“
F27HW*4 Fehler STO
F28SW2 Fehler „externe Trajektorie“
F29SW2 Fehler „Sercos“
F30 SW4 Fehler "Emergency Timeout "
F31 SW2 Fehler "Makro Programmierung" oder "Safety Karte"
F32HW4 Systemfehler
n01-0 Warnung I2t
n02-0 Warnung Bremsschaltung
n03-1 Warnung Schleppfehler
n04-1 Ansprechüberwachung
n05-0 Netzphase fehlt
n06-1 Software Endschalter 1
n07-1 Software Endschalter 2
n08-0 fehlerhafter Fahrauftrag
n09-0 Referenzpunkt nicht gesetzt
n10-1 PSTOP aktiv
n11-1 NSTOP aktiv
n12-0 Default-Motordaten geladen
n13-1 Warnung „Optionskarte“
n14-0 SINCOS Feedback
n15-0 Reserve
n16-0 Summenwarnung für n17...n31
n17-0 Feldbus Sync
n18-0 Multiturn Überlauf
n19-0 Rampe beim Fahrsatz wurde begrenzt
n20-0 Ungültiger Fahrsatz
n21-0 Warnung durch SPS Programm
n22-0 Motortemperatur überschritten
n23-0 SINCOS Geber Warnschwelle
n24-0 Digital-Eingänge unlogisch
n25-31-0 Reserve
n32-0 Firmware Betaversion

HW*= bedeutet, dass ab der FW 3.62 mit dem Bit DRVCNFG3=16 ein Hardware Reset (HW) in ein Software Reset (SW) umgewandelt werden kann.

Es besteht die Möglichkeit, die Reaktion des Verstärkers auf einen Fehlerzustand zu verzögern (gilt nur für ausgewählte Fehlermeldungen). Diese Funktion ist nur dann aktiviert, wenn ein digitaler Ausgang als Fehlervorwarnung konfiguriert wurde (OxMODE=42). In diesem Fall wird beim Auftreten eines Fehlers, eine Meldung auf dem entsprechenden digitalen Ausgang ausgegeben (High-Pegel). Erst nach Ablauf der Vorwarnzeit (OxTRIG in msek), wird eine Fehlerbehandlung eingeleitet.

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