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Inbetriebnahme am PROFIBUS | 03 Mai 2017 | |

Inbetriebnahme am PROFIBUS

Gültig für S300, S400, S600, S700

Inhaltsverzeichnis

Bevor der Servoverstärker am PROFIBUS betrieben wird, muss er mit Hilfe der Inbetriebnahmesoftware in Betrieb genommen und entsprechend der Anwendung parametrisiert werden. Dazu muss die Ansprechüberwachung deaktiviert werden:

EXTWD (PNU 1658) 
Mit dem Parameter EXTWD kann die Überwachungszeit (Watch-Dog) für die Feldbus/Slot-Kommunikation definiert werden. Die Überwachung ist nur dann aktiv, wenn der Parameter EXTWD einen Wert größer 0 enthält (EXTWD=0, Überwachung abgeschaltet) und die Endstufe freigegeben ist. Falls die eingestellte Zeit abgelaufen ist, ohne dass der Watchdog-Timer? durch Eintreffen eines Telegramms neu getriggert wurde, so wird die Warnung n04 (Ansprechüberwachung) generiert und der Antrieb angehalten. Der Verstärker bleibt weiterhin betriebsbereit und die Endstufe freigegeben. Bevor ein neues Fahrkommando (Sollwert) akzeptiert wird, muss diese Warnung gelöscht werden (Funktion CLRFAULT oder INxMODE=14).

Zur Inbetriebnahme des Servoverstärkers am PROFIBUS muss die folgende Reihenfolge eingehalten werden.

Nulltelegramm

Zu Beginn der Kommunikation über den Parameterkanal und bei jedem Kommunikationsfehler muss ein Nulltelegramm gesendet werden:

Byte 1, 2

Byte 3, 4

Byte 5, 6

Byte 7, 8

PKE

IND

PWE

0000

0000

0000

0000

Der Servoverstärker antwortet, indem er ebenfalls die ersten 8 Byte des Telegramms auf Null setzt.

Einstellen der Betriebsart

Nach dem Einschalten befindet sich der Servoverstärker immer in der sog. sicheren Betriebsart -126 und zwar unabhängig davon, was mit der Inbetriebnahmesoftware eingestellt wurde. Um Fahrfunktionen ausführen zu können, muss die PNU 930, der Betriebsartwahlschalter, mit Hilfe des Paramaterkanals auf die gewünschte Betriebsart gestellt werden. Im Beispiel wird auf Betriebsart 2, Positionierung, geschaltet.

Auftragskennung (AK) = 3; PNU 930 = 0x3A2, Parameterwert (PWE) = 2

Byte 1, 2

Byte 3, 4

Byte 5, 6

Byte 7, 8

PKE

IND

PWE

33A2

0000

0000

0002

Bei erfolgreichem Schreiben antwortet der Servoverstärker mit Antwortkennung 2 und spiegelt die Parameternummer sowie den Parameterwert: 

Byte 1, 2

Byte 3, 4

Byte 5, 6

Byte 7, 8

PKE

IND

PWE

23A2

0000

0000

0002

Bei Antwortkennung 7 (PKE = 0x73A2) steht in PWE eine Fehlernummer.

Fehlernummer

Beschreibung

0

unzulässige PNU

1

Parameterwert nicht änderbar

2

untere oder obere Wertgrenze überschritten

3

Fehlerhafter Index

4

kein Array

5

falscher Datentyp

6

kein Setzen erlaubt (nur rücksetzbar)

7

Beschreibungselement nicht änderbar

8

In IR gefordertes PPO-Write nicht vorhanden

9

Beschreibungsdaten nicht vorhanden

10

Accessgroup

11

keine Bedienhoheit

12

Schlüsselwort fehlt

13

Text im zyklischen Verkehr nicht lesbar

14

Name im zyklischen Verkehr nicht lesbar

15

kein Textarray vorhanden

16

PPO-Write fehlt

17

Auftrag wegen Betriebszustand nicht ausführbar

18

Sonstige Fehler

19-100

reserviert

101

fehlerhafte Auftragskennung

102

Softwarefehler (Kommandotabelle)

103

nur im Disable Zustand möglich

104

nur im Enable Zustand möglich

105

BCC-Fehler in den EEPROM-Daten

106

Erst nach Fahrauftragstop möglich

107

Falscher Wert {16,20}

108

Falscher Parameter (OCOPY x {- y} z)

109

Falsche Fahrsatznummer (0,1..180,192..255)

110

Falscher Parameter (PTEACH x {y})

111

Schreibfehler EEPROM

112

Falscher Wert

113

BCC-Fehler im Fahrsatz

114

nur Lesezugriff oder nur Schreibzugriff möglich

115

Inkompatibles Objekt (nur SDO - Kanal)

>115

Reserve

Eventuell wurde vorher kein Nulltelegramm gesendet.

Bis hierhin wurde der Parameterkanal benutzt (Bytes 1 – 8). Die weiteren Schritte erfolgen über den Prozessdatenkanal (Bytes 9 – 20). Der Parameterkanal kann auf Null gesetzt werden, um für den nächsten Schreib- oder Lesevorgang bereit zu sein. 

Antrieb freigeben

Mit dem Steuerwort kann jetzt die interne Zustandsmaschine in denZustand „Betrieb freigegeben“ geschaltet werden und damit der Antrieb freigegeben werden.

Byte 1, 2

Byte 3, 4

Byte 5, 6

Byte 7 ,8

Byte 9, 10

PKE

IND

PWE

PZD 1

 

 

 

 

STW

0000

0000

0000

0000

043F

Das Hardware Enable Signal muss anliegen, damit der Motor bestromt wird. Da im Steuerwort (STW) das Bit 10 (PZD Freigabe) gesetzt ist, sollten jetzt Positions-. und Geschwindigkeits- Istwerte vom Servoverstärker übertragen werden. In der Inbetriebnahmesoftware ist das auf der Seite PROFIBUS an sich ändernden Werten bei HIW und PZD 4 in der Zeile Input zu erkennen.

Tippbetrieb

Bevor eine Referenzfahrt ausgeführt wurde, kann der Antrieb nur im Tippbetrieb bewegt werden. Dazu muss im STW das Bit 8 zusätzlich gesetzt und im Byte 6 (PZD 2 = Hauptsollwert HSW) eine Geschwindigkeit vorgegeben werden, im Beispiel 10000 (2710hex). 

Byte 1, 2

Byte 3, 4

Byte 5, 6

Byte 7, 8

Byte 9, 10

Byte 11, 12

PKE

IND

PWE

PZD 1

PZD 2

 

 

 

 

STW

HSW

0000

0000

0000

0000

053F

2710

Die resultierende Tippgeschwindigkeit ergibt sich aus dem Wert in PZD 2, HSW, multipliziert mit dem einstellbaren Multiplikator Parameter 1250, der als Default den Wert 1 hat. Dabei wird die mit der Inbetriebnahmesoftware eingestellte Auflösung berücksichtigt (ASCII Parameter PGEARIPGEARO). Das Vorzeichen der Geschwindigkeit bestimmt die Bewegungsrichtung.

Referenzfahrt

Die Art und Fahrtrichtung der Referenzfahrt können mit der Bediensoftware oder über PNUs 1350 und 1351 eingestellt werden (siehe PROFIBUS Handbuch). Im Steuerwort (PZD 1) wird das Referenzfahrtbit zusätzlich gesetzt und im HSW (PZD 2) die Geschwindigkeit vorgegeben. Die resultierende Referenzfahrt­geschwindigkeit ergibt sich nach der Multiplikation mit dem Multiplikator Parameter 1250, dessen Defaultwert 1 beträgt. Dabei wird die mit der Inbetriebnahmesoftware eingestellte Auflösung berücksichtigt (ASCII Parameter  PGEARIPGEARO). Das Vorzeichen wird nicht berücksichtigt.

Byte 1, 2

Byte 3, 4

Byte 5, 6

Byte 7, 8

Byte 9, 10

Byte 11, 12

PKE

IND

PWE

PZD 1

PZD 2

 

 

 

 

STW

HSW

0000

0000

0000

0000

0C3F

2710

Der Servoverstärker meldet den Start der Referenzfahrt mit dem Bit „Fahrauftrag aktiv“, Bit 0 im PZD 5. (Hier werden die Bits 16 – 31 des herstellerspezifischen Stausregisters übertragen.)

Die Antwort kann z.B. wie folgt aussehen: 

Byte 9, 10

Byte 11, 12

Byte 13, 14

Byte 15, 16

Byte 17, 18

Byte 19, 20

PZD1

PZD 2

PZD 3

PZD 4

PZD 5

PZD 6

ZSW

HIW

 

 

Herst. Zust.

 

02A7

zzzz

zzzz

zzzz

4401

0000

Wenn die Referenzfahrt abgeschlossen ist, wird das Bit „Fahrauftrag aktiv“ zurück gesetzt und - sinnvolle Einstellung des Inpositionsfensters vorausgesetzt – das Bit 3 im PZD 5, „In Position“, gesetzt.

Achtung! 
Bit 1 „Referenzpunkt gesetzt“ wird aktiv, sobald der Servoverstärker intern seinen Referenzpunkt kennt; zu diesem Zeitpunkt kann der Antrieb noch in Bewegung sein.

Start eines Direktfahrauftrags

Für den Direktfahrauftrag muss Bit 14 im STW (PZD1) gesetzt werden. Die Fahrsatzart wird gemäß der Tabelle für PNU 1302 (siehe PROFIBUS Handbuch) ausgewählt und die Sollwerte übergeben (siehe Kapitel 5.2.1 „Prozessdatenkanal, Betriebsarten, Positionierung Opmode 2“ im PROFIBUS Handbuch). Im Beispiel unten wird absolut mit einer Geschwindigkeit von 50000 μm/s auf die Position 440000 μm positioniert.

Byte 9, 10

Byte 11, 12

Byte 13, 14

Byte 15, 16

Byte 17, 18

Byte 19, 20

PZD 1

PZD 2

PZD 3

PZD 4

PZD 5

PZD 6

STW

Vsoll

 

Sollposition

 

Fahrsatzart

447F

0000

C350

0006

B6C0

2000

Mit jeder Flanke am Bit 6 des STW wird ein Fahrauftrag gestartet.

Start des Fahrauftrages und Erreichen der Zielposition werden, wie bei der Referenzfahrt, durch die Bits „Fahrauftrag aktiv“ und „In Position“ bestätigt.

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