Inbetriebnahme am PROFIBUS
Gültig für S300, S400, S600, S700
Inhaltsverzeichnis
Bevor der Servoverstärker am PROFIBUS betrieben wird, muss er mit Hilfe der Inbetriebnahmesoftware in Betrieb genommen und entsprechend der Anwendung parametrisiert werden. Dazu muss die Ansprechüberwachung deaktiviert werden:
EXTWD (PNU 1658)
Mit dem Parameter EXTWD kann die Überwachungszeit (Watch-Dog) für die Feldbus/Slot-Kommunikation definiert werden. Die Überwachung ist nur dann aktiv, wenn der Parameter EXTWD einen Wert größer 0 enthält (EXTWD=0, Überwachung abgeschaltet) und die Endstufe freigegeben ist. Falls die eingestellte Zeit abgelaufen ist, ohne dass der Watchdog-Timer? durch Eintreffen eines Telegramms neu getriggert wurde, so wird die Warnung n04 (Ansprechüberwachung) generiert und der Antrieb angehalten. Der Verstärker bleibt weiterhin betriebsbereit und die Endstufe freigegeben. Bevor ein neues Fahrkommando (Sollwert) akzeptiert wird, muss diese Warnung gelöscht werden (Funktion CLRFAULT oder INxMODE=14).
Zur Inbetriebnahme des Servoverstärkers am PROFIBUS muss die folgende Reihenfolge eingehalten werden.
Nulltelegramm
Zu Beginn der Kommunikation über den Parameterkanal und bei jedem Kommunikationsfehler muss ein Nulltelegramm gesendet werden:
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Byte 1, 2 |
Byte 3, 4 |
Byte 5, 6 |
Byte 7, 8 |
|---|---|---|---|
|
PKE |
IND |
PWE |
|
|
0000 |
0000 |
0000 |
0000 |
Der Servoverstärker antwortet, indem er ebenfalls die ersten 8 Byte des Telegramms auf Null setzt.
Einstellen der Betriebsart
Nach dem Einschalten befindet sich der Servoverstärker immer in der sog. sicheren Betriebsart -126 und zwar unabhängig davon, was mit der Inbetriebnahmesoftware eingestellt wurde. Um Fahrfunktionen ausführen zu können, muss die PNU 930, der Betriebsartwahlschalter, mit Hilfe des Paramaterkanals auf die gewünschte Betriebsart gestellt werden. Im Beispiel wird auf Betriebsart 2, Positionierung, geschaltet.
Auftragskennung (AK) = 3; PNU 930 = 0x3A2, Parameterwert (PWE) = 2
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Byte 1, 2 |
Byte 3, 4 |
Byte 5, 6 |
Byte 7, 8 |
|---|---|---|---|
|
PKE |
IND |
PWE |
|
|
33A2 |
0000 |
0000 |
0002 |
Bei erfolgreichem Schreiben antwortet der Servoverstärker mit Antwortkennung 2 und spiegelt die Parameternummer sowie den Parameterwert:
|
Byte 1, 2 |
Byte 3, 4 |
Byte 5, 6 |
Byte 7, 8 |
|---|---|---|---|
|
PKE |
IND |
PWE |
|
|
23A2 |
0000 |
0000 |
0002 |
Bei Antwortkennung 7 (PKE = 0x73A2) steht in PWE eine Fehlernummer.
|
Fehlernummer |
Beschreibung |
|---|---|
|
0 |
unzulässige PNU |
|
1 |
Parameterwert nicht änderbar |
|
2 |
untere oder obere Wertgrenze überschritten |
|
3 |
Fehlerhafter Index |
|
4 |
kein Array |
|
5 |
falscher Datentyp |
|
6 |
kein Setzen erlaubt (nur rücksetzbar) |
|
7 |
Beschreibungselement nicht änderbar |
|
8 |
In IR gefordertes PPO-Write nicht vorhanden |
|
9 |
Beschreibungsdaten nicht vorhanden |
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10 |
Accessgroup |
|
11 |
keine Bedienhoheit |
|
12 |
Schlüsselwort fehlt |
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13 |
Text im zyklischen Verkehr nicht lesbar |
|
14 |
Name im zyklischen Verkehr nicht lesbar |
|
15 |
kein Textarray vorhanden |
|
16 |
PPO-Write fehlt |
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17 |
Auftrag wegen Betriebszustand nicht ausführbar |
|
18 |
Sonstige Fehler |
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19-100 |
reserviert |
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101 |
fehlerhafte Auftragskennung |
|
102 |
Softwarefehler (Kommandotabelle) |
|
103 |
nur im Disable Zustand möglich |
|
104 |
nur im Enable Zustand möglich |
|
105 |
BCC-Fehler in den EEPROM-Daten |
|
106 |
Erst nach Fahrauftragstop möglich |
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107 |
Falscher Wert {16,20} |
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108 |
Falscher Parameter (OCOPY x {- y} z) |
|
109 |
Falsche Fahrsatznummer (0,1..180,192..255) |
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110 |
Falscher Parameter (PTEACH x {y}) |
|
111 |
Schreibfehler EEPROM |
|
112 |
Falscher Wert |
|
113 |
BCC-Fehler im Fahrsatz |
|
114 |
nur Lesezugriff oder nur Schreibzugriff möglich |
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115 |
Inkompatibles Objekt (nur SDO - Kanal) |
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>115 |
Reserve |
Eventuell wurde vorher kein Nulltelegramm gesendet.
Bis hierhin wurde der Parameterkanal benutzt (Bytes 1 – 8). Die weiteren Schritte erfolgen über den Prozessdatenkanal (Bytes 9 – 20). Der Parameterkanal kann auf Null gesetzt werden, um für den nächsten Schreib- oder Lesevorgang bereit zu sein.
Antrieb freigeben
Mit dem Steuerwort kann jetzt die interne Zustandsmaschine in denZustand „Betrieb freigegeben“ geschaltet werden und damit der Antrieb freigegeben werden.
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Byte 1, 2 |
Byte 3, 4 |
Byte 5, 6 |
Byte 7 ,8 |
Byte 9, 10 |
|---|---|---|---|---|
|
PKE |
IND |
PWE |
PZD 1 |
|
|
|
|
|
|
STW |
|
0000 |
0000 |
0000 |
0000 |
043F |
Das Hardware Enable Signal muss anliegen, damit der Motor bestromt wird. Da im Steuerwort (STW) das Bit 10 (PZD Freigabe) gesetzt ist, sollten jetzt Positions-. und Geschwindigkeits- Istwerte vom Servoverstärker übertragen werden. In der Inbetriebnahmesoftware ist das auf der Seite PROFIBUS an sich ändernden Werten bei HIW und PZD 4 in der Zeile Input zu erkennen.
Tippbetrieb
Bevor eine Referenzfahrt ausgeführt wurde, kann der Antrieb nur im Tippbetrieb bewegt werden. Dazu muss im STW das Bit 8 zusätzlich gesetzt und im Byte 6 (PZD 2 = Hauptsollwert HSW) eine Geschwindigkeit vorgegeben werden, im Beispiel 10000 (2710hex).
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Byte 1, 2 |
Byte 3, 4 |
Byte 5, 6 |
Byte 7, 8 |
Byte 9, 10 |
Byte 11, 12 |
|---|---|---|---|---|---|
|
PKE |
IND |
PWE |
PZD 1 |
PZD 2 |
|
|
|
|
|
|
STW |
HSW |
|
0000 |
0000 |
0000 |
0000 |
053F |
2710 |
Die resultierende Tippgeschwindigkeit ergibt sich aus dem Wert in PZD 2, HSW, multipliziert mit dem einstellbaren Multiplikator Parameter 1250, der als Default den Wert 1 hat. Dabei wird die mit der Inbetriebnahmesoftware eingestellte Auflösung berücksichtigt (ASCII Parameter PGEARI, PGEARO). Das Vorzeichen der Geschwindigkeit bestimmt die Bewegungsrichtung.
Referenzfahrt
Die Art und Fahrtrichtung der Referenzfahrt können mit der Bediensoftware oder über PNUs 1350 und 1351 eingestellt werden (siehe PROFIBUS Handbuch). Im Steuerwort (PZD 1) wird das Referenzfahrtbit zusätzlich gesetzt und im HSW (PZD 2) die Geschwindigkeit vorgegeben. Die resultierende Referenzfahrtgeschwindigkeit ergibt sich nach der Multiplikation mit dem Multiplikator Parameter 1250, dessen Defaultwert 1 beträgt. Dabei wird die mit der Inbetriebnahmesoftware eingestellte Auflösung berücksichtigt (ASCII Parameter PGEARI, PGEARO). Das Vorzeichen wird nicht berücksichtigt.
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Byte 1, 2 |
Byte 3, 4 |
Byte 5, 6 |
Byte 7, 8 |
Byte 9, 10 |
Byte 11, 12 |
|---|---|---|---|---|---|
|
PKE |
IND |
PWE |
PZD 1 |
PZD 2 |
|
|
|
|
|
|
STW |
HSW |
|
0000 |
0000 |
0000 |
0000 |
0C3F |
2710 |
Der Servoverstärker meldet den Start der Referenzfahrt mit dem Bit „Fahrauftrag aktiv“, Bit 0 im PZD 5. (Hier werden die Bits 16 – 31 des herstellerspezifischen Stausregisters übertragen.)
Die Antwort kann z.B. wie folgt aussehen:
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Byte 9, 10 |
Byte 11, 12 |
Byte 13, 14 |
Byte 15, 16 |
Byte 17, 18 |
Byte 19, 20 |
|---|---|---|---|---|---|
|
PZD1 |
PZD 2 |
PZD 3 |
PZD 4 |
PZD 5 |
PZD 6 |
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ZSW |
HIW |
|
|
Herst. Zust. |
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02A7 |
zzzz |
zzzz |
zzzz |
4401 |
0000 |
Wenn die Referenzfahrt abgeschlossen ist, wird das Bit „Fahrauftrag aktiv“ zurück gesetzt und - sinnvolle Einstellung des Inpositionsfensters vorausgesetzt – das Bit 3 im PZD 5, „In Position“, gesetzt.
Achtung!
Bit 1 „Referenzpunkt gesetzt“ wird aktiv, sobald der Servoverstärker intern seinen Referenzpunkt kennt; zu diesem Zeitpunkt kann der Antrieb noch in Bewegung sein.
Start eines Direktfahrauftrags
Für den Direktfahrauftrag muss Bit 14 im STW (PZD1) gesetzt werden. Die Fahrsatzart wird gemäß der Tabelle für PNU 1302 (siehe PROFIBUS Handbuch) ausgewählt und die Sollwerte übergeben (siehe Kapitel 5.2.1 „Prozessdatenkanal, Betriebsarten, Positionierung Opmode 2“ im PROFIBUS Handbuch). Im Beispiel unten wird absolut mit einer Geschwindigkeit von 50000 μm/s auf die Position 440000 μm positioniert.
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Byte 9, 10 |
Byte 11, 12 |
Byte 13, 14 |
Byte 15, 16 |
Byte 17, 18 |
Byte 19, 20 |
|---|---|---|---|---|---|
|
PZD 1 |
PZD 2 |
PZD 3 |
PZD 4 |
PZD 5 |
PZD 6 |
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STW |
Vsoll |
|
Sollposition |
|
Fahrsatzart |
|
447F |
0000 |
C350 |
0006 |
B6C0 |
2000 |
Mit jeder Flanke am Bit 6 des STW wird ein Fahrauftrag gestartet.
Start des Fahrauftrages und Erreichen der Zielposition werden, wie bei der Referenzfahrt, durch die Bits „Fahrauftrag aktiv“ und „In Position“ bestätigt.
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