Stopp und Not Halt Funktion
Gültig für AKD, S300, S400, S600, S700
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Die Steuerfunktion Stopp, Not Halt und Not Aus sind in der Norm EN 60204 definiert. Angaben für die sicherheitsbezogenen Aspekte dieser Funktionen finden Sie in den Normen ISO13849 und IEC 62061.
Stopp
Die Stopp Funktion hält den Antrieb im Normalbetrieb an. Die Stopp Funktion ist in der Norm EN 60204 definiert.
Die Stopp Kategorie muss durch eine Risikobewertung der Maschine bestimmt werden.
- Stopp Funktionen müssen Priorität gegenüber zugewiesenen Anlauffunktionen besitzen.
- Stopps der Kategorie 0 und der Kategorie 1 müssen unabhängig von der Betriebsart ausgelöst werden können, wobei ein Stopp der Kategorie 0 Priorität besitzen muss.
- Bei Bedarf sind Vorkehrungen für den Anschluss von Schutzvorrichtungen und Verriegelungen zu treffen.
- Falls notwendig, muss die Stopp Funktion ihren Status an die Steuerlogik melden.
- Ein Zurücksetzen der Stopp Funktion darf nicht zu einer Gefahrensituation führen.
Die folgenden Stopp Kategorien sind definiert:
Stopp Kategorie 0
Stillsetzen durch sofortiges Unterbrechen der Energiezufuhr zu den Antriebselemente (dies ist ein ungesteuertes Stillsetzen). Mit der Sicherheitsfunktion STO (Safe Torque Off) kann der Antrieb mit der internen Elektronik des Servoverstärkers sicher gestoppt werden.
Möglich ist auch eine Schützschaltung, zum Beispiel: Schaltungsbeispiel Not Halt mit Stopp Kategorie 0
Stopp Kategorie 1
Ein gesteuertes Stillsetzen, wobei die Energiezufuhr zu den Antriebselemente aufrechterhaltenwird, um die Abschaltung durchzuführen. Die Energiezufuhr wird erst unterbrochen, wenn der Stillstand erreicht ist.
Schaltungsbeispiel Not Halt mit Stopp Kategorie 1, Schützschaltung
Stopp Kategorie 2
Ein gesteuertes Stillsetzen, wobei die Energiezufuhr zu den Antriebselemente aufrechterhalten wird.
Schaltungsbeispiel mit Stopp Kategorie 2, Schützschaltung
Not Halt
Die Not Halt Funktion dient dem schnellstmöglichen Stillsetzen der Maschine im Gefahrenfall. Die Not Halt Funktion ist durch die Norm EN 60204 definiert. Prinzipien der Not Halt Ausrüstung und funktionale Gesichtspunkte sind in ISO13850 festgelegt. Der Steuerbefehl für den Not Halt wird durch eine einzelne menschliche Handlung manuell ausgelöst, z.B. über einen zwangsöffnenden Druckschalter (roter Taster auf gelbem Hintergrund). Die Not Halt Funktion muss stets voll funktionsfähig und verfügbar sein. Der Bediener muss sofort verstehen, wie dieser Mechanismus bedient wird (ohne eine Anleitung zu konsultieren).
Die Stopp Kategorie für den Not Halt muss durch eine Risikobewertung der Maschine bestimmt werden.
Zusätzlich zu den Anforderungen für Stopp gelten für Not Halt folgende Anforderungen:
- Der Not Halt muss gegenüber allen anderen Funktionen und Betätigungen in allen Betriebsarten Vorrang haben.
- Die Energiezufuhr zu jeglichen Antriebselementen, die zu Gefahrensituationen führen könnten, muss entweder so schnell wie möglich unterbrochen werden, ohne dass es zu anderen Gefahren kommt (Stopp Kategorie 0, z.B. mit STO) oder so gesteuert werden, dass die gefahrbringende Bewegung so schnell wie möglich angehalten wird (Stopp-Kategorie 1).
- Das Zurücksetzen darf kein Wiederanlaufen bewirken.
Schaltungsbeispiel Not Halt mit Stopp Kategorie 0, Schützschaltung
Schaltungsbeispiel Not Halt mit Stopp Kategorie 1, Schützschaltung
Not Aus
Die Not Aus Funktion wird zum Abschalten der elektrischen Energieversorgung der Maschine verwendet, um Gefährdungen durch elektrische Energie (z.B. eines elektrischen Schlages) auszuschließen. Funktionale Gesichtspunkte für Not Aus sind in IEC 60364-5-53 festgelegt.
Der Not Aus wird durch eine einzelne menschliche Handlung manuell ausgelöst, z.B. über einen zwangsöffnenden Druckschalter (roter Taster auf gelbem Hintergrund).
Die Ergebnisse einer Risikobewertung der Maschine bestimmen, ob ein Not Aus notwendig ist.
Not Aus wird erreicht durch Abschalten der Energieeinspeisung mit elektromechanischen Schaltgeräten. Das führt zu einem Stopp der Kategorie 0. Wenn diese Stopp Kategorie für die Maschine nicht zulässig ist, muss der Not Aus durch andere Maßnahmen (z.B. Schutz gegen direktes Berühren) ersetzt werden.
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