Reaktion auf Fehlerzustände mit S400-S600
Gültig für S400, S600
Abhängig von der Art der aufgetretenen Störung, werden innerhalb von S600 unterschiedliche Fehlerbehandlungen (Fehler-Ebenen) durchlaufen:
LEVEL 0 : Warnung ohne STOP
Eine Störung wird als Warnung Nr. xx im Display angezeigt (Anzeige nxx).
Darüber hinaus wird im Statusregister ein Warnungsbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann. Die Endstufe bleibt enabled, der Verstärker ist weiterhin betriebsbereit (BTB), der Betrieb kann u.U. eingeschränkt sein (Strombegrenzung). Mit dem Verschwinden der Störungsursache ist sofort ein uneingeschränkter Betrieb möglich.
LEVEL 1 : Warnung mit STOP
Eine Störung führt zum Anhalten des Antriebs (Nothalt). Das Abbremsen erfolgt drehzahlgeregelt mit der Nothalt-Rampe? (DECSTOP). Die Endstufe bleibt enabled, der Verstärker ist weiterhin betriebsbereit (BTB). Weiterer Betrieb ist erst nach Quittieren (CLRFAULT) bzw. Verschwinden der Fehlerursache möglich. Die Störung wird als Warnung Nr. xx im Display angezeigt (Anzeige nxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Warnungsbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.
LEVEL 2 : Fehler mit STOP und anschließendem Sperren der Endstufe
Eine Störung führt zum Anhalten des Antriebs (Nothalt). Das Abbremsen erfolgt drehzahlgeregelt mit der Nothalt-Rampe? (DECSTOP). Nach dem Erreichen der Stillstandsschwelle VEL0 (spätestens nach 5 Sekunden) wird die Endstufe gesperrt. Der Verstärker ist nicht mehr betriebsbereit (kein BTB), weiterer Betrieb ist erst nach dem Quittieren (CLRFAULT) der Störung möglich. Die Störung wird im Display als Fehler Nr. xx angezeigt (Anzeige Fxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Fehlerbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.
LEVEL 3 : Fehler mit SENSORLESS STOP und anschließendem Sperren der Endstufe
(ab Version 4.01)
Eine Störung führt zum Anhalten des Antriebs (Nothalt). Das Abbremsen erfolgt ohne Positionsinformation der Rückführeinheit. Nach dem Erreichen des Stillstands wird die Endstufe gesperrt.Der Verstärker ist nicht mehr betriebsbereit (kein BTB), weiterer Betrieb ist erst nach dem Quittieren (CLRFAULT) der Störung möglich. Die Störung wird im Display als Fehler Nr. xx angezeigt (Anzeige Fxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Fehlerbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.
LEVEL 4 : Fehler mit sofortigem Sperren der Endstufe
Eine Störung führt zum sofortigen Sperren der Endstufe. Der Antrieb trudelt unkontrolliert aus, der Verstärker ist nicht mehr betriebsbereit (kein BTB). Der weitere Betrieb ist erst nach dem Quittieren (CLRFAULT) der Störung möglich. Die Störung wird im Display als Fehler Nr. xx angezeigt (Anzeige Fxx). Darüber hinaus wird im Statusregister ein Fehlerbit gesetzt, das über einen digitalen Ausgang nach außen gemeldet werden kann.
Folgende Tabelle gibt Aufschluss über die Zuordnung der einzelnen Störungen zu den Fehler - Ebenen. Alle Störungen der Ebene 0 und 1 (Warnungen) können einzeln zu den Störungen der Ebenen 2,4 umkonfiguriert werden (Parameter WMASK). Klick auf die Fehlernummer öffnet eine Seite mit detaillierten Erläuterungen.
Bei den Fehlern, die gleichzeitig den Ebenen 2/3 und 4 zugeordnet sind, entscheidet über die Ebenen - Zugehörigkeit der Zustand der Parameter ACTFAULT und MBRAKE.
ACTFAULT=1 oder MBRAKE=1 LEVEL 2 bzw. 3 (Default-Einstellung)
ACTFAULT=0 und MBRAKE=0 LEVEL 4
| Display | Reset | Level | Verzögerung | Störung |
|---|---|---|---|---|
| F01 | SW | 2,4 | + | Fehler Kühlkörpertemperatur |
| F02 | SW | 2,4 | Fehler Überspannung | |
| F03 | SW | 2 | Schleppfehler (Sercos) | |
| F04 | HW | 3,4 | Feedback-Fehler | |
| F05 | SW | 2,4 | Fehler Unterspannung | |
| F06 | HW | 2,4 | + | Fehler Motortemperatur |
| F07 | HW | 2,4 | Fehler Versorgungsspannung | |
| F08 | SW | 3,4 | Fehler Überdrehzahl | |
| F09 | HW | 4 | Fehler EEPROM | |
| F10 | Reserve | |||
| F11 | HW | 2,4 | Fehler Haltebremse | |
| F12 | HW | 2,4 | Fehler Motorphase fehlt | |
| F13 | SW | 2,4 | + | Fehler Umgebungstemperatur |
| F14 | HW | 2,4 | Fehler Endstufe | |
| F15 | SW | 2,4 | Fehler I2tmax überschritten | |
| F16 | SW | 2,4 | Fehler Netz-BTB | |
| F17 | HW | 2,4 | Fehler A/D-Wandler | |
| F18 | HW | 2,4 | Fehler Bremsschaltung | |
| F19 | SW | 2,4 | Fehler „fehlende Netzphase“ | |
| F20 | HW | 2,4 | Fehler „Slot-Karte“ | |
| F21 | HW | 2,4 | Fehler „PROFIBUS Handling“ | |
| F22 | SW | 2,4 | Fehler Erdschluss | |
| F23 | HW | 2,4 | Fehler „CANBUS Bus - Off“ | |
| F24 | SW | 2,4 | Fehler „Warnung“ | |
| F25 | HW | 3,4 | Fehler „Kommutierungsfehler“ | |
| F26 | SW | 2,4 | Fehler „Hardware Endschalter“ | |
| F27 | HW | 4 | Fehler „AS Option“ | |
| F28 | SW | 2 | Fehler „externe Trajektorie“ | |
| F29 | SW | 2 | Fehler „Sercos“ | |
| F30 | Fehler "Emergency Timeout " | |||
| F31 | Fehler "Makro Programmierung" | |||
| F32 | HW | 4 | Systemfehler | |
| n01 | - | 0 | Warnung I2t | |
| n02 | - | 0 | Warnung Bremsschaltung | |
| n03 | - | 1 | Warnung Schleppfehler | |
| n04 | - | 1 | Ansprechüberwachung | |
| n05 | - | 0 | Netzphase fehlt | |
| n06 | - | 1 | Software Endschalter 1 | |
| n07 | - | 1 | Software Endschalter 2 | |
| n08 | - | 0 | fehlerhafter Fahrauftrag | |
| n09 | - | 0 | Referenzpunkt nicht gesetzt | |
| n10 | - | 1 | PSTOP aktiv | |
| n11 | - | 1 | NSTOP aktiv | |
| n12 | - | 0 | Default-Motordaten geladen | |
| n13 | - | 1 | Warnung „Optionskarte“ | |
| n14 | - | 0 | Sincos Feedback | |
| n15 | - | 0 | Fehlerhafter VCT-Eintrag | |
| n16 | - | 0 | Summenwarnung | |
| n17 | - | 0 | Feldbus Sync | |
| n18 | - | 0 | Multiturn Überlauf | |
| n19 | - | 0 | Rampe beim Fahrsatz wurde begrenzt | |
| n20 | - | 0 | fehlerhafte Fahrsatz/GMT Daten | |
| n21 | - | 0 | kundenspezifische Warnung reserviert für PLC-Programme | |
| n22 | - | 0 | Motortemperatur überschritten | |
| n23 | - | 0 | Reserve | |
| n24 | - | 0 | Reserve | |
| n25-31 | - | 0 | Reserve | |
| n32 | - | 0 | Firmware Betaversion |
Es besteht die Möglichkeit, die Reaktion des Verstärkers auf einen Fehlerzustand zu verzögern (gilt nur für ausgewählte Fehlermeldungen). Diese Funktion ist nur dann aktiviert, wenn ein digitaler Ausgang als Fehlervorwarnung konfiguriert wurde (OxMODE=42). In diesem Fall wird beim Auftreten eines Fehlers, eine Meldung auf dem entsprechenden digitalen Ausgang ausgegeben (High-Pegel).Erst nach Ablauf der Vorwarnzeit (OxTRIG in msek), wird eine Fehlerbehandlung eingeleitet.
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