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blog | Interoperabilität: Was dahinter steckt und weshalb sie im Zeitalter der Automatisierung so wichtig ist |
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2 Minuten Lesezeit

Wir leben in einer digitalen Welt. Die Verbraucher im E-Commerce erwarten eine schnellere und flexiblere Lieferung als noch vor einigen Jahren. Deshalb müssen Unternehmen, Einzelhändler und ihre Lagerdienstleister neue Wege finden, um Waren schnell und präzise zu bewegen, zu lagern und zu versenden. Bedenkt man zusätzlich den vielerorts akuten Arbeitskräftemangel, ergeben sich klare Argumente für automatisierte Lösungen zur Bewältigung der unzähligen Herausforderungen.

Und diese automatisierten Lösungen müssen auch noch flexibel sein. Da sich Lager- und Vertriebsstandorte den immer anspruchsvolleren Kundenanforderungen anpassen, benötigen sie für jede Aufgabe spezialisierte automatisierte Unterstützung – von Gabelstaplern und Hochregalstaplern bis hin zu Autonomen Mobilen Robotern (AMR) und fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF). Diese Technologie hilft zukunftsorientierten Logistikteams auf der ganzen Welt bereits dabei, Artikel schneller und präziser zu empfangen, zu lagern, zu bewegen und zu versenden als je zuvor.

Eine einzige Steuerung

Doch es gibt auch Herausforderungen. Fahrerlose Fahrzeuge und Systeme werden mit hoher Wahrscheinlichkeit von verschiedenen Anbietern bezogen, die jeweils unterschiedliche Betriebsstandards und Eigentumsvereinbarungen sowie separate Steuerungssysteme haben. Diese Komplexität ist nicht ideal für einen Endnutzer oder einen unter Zeitdruck stehenden Lagerleiter, der sich eine einfache Bedienung, die Möglichkeit zur flexiblen Aufrüstung sowie einen einzigen Steuerungs- und Supportmechanismus für die gesamte Flotte wünscht.

Interoperabilität könnte hier die Lösung sein, indem sie die Steuerung und den Flow der gesamten Flottenhardware in einer einzigen, benutzerfreundlichen Schnittstelle bündeln. Der Benutzer profitiert dann von einem noch schnelleren und einfacheren Flow Management.

Bewährte weltweite Expertise

Kollmorgen unterstützt seit vielen Jahrzehnten ein globales Netzwerk mit verschiedenen Fahrzeugtypen, die in denselben Flotten eingesetzt werden können. Das bedeutet, dass ein Hochregalstapler und ein Plattformfahrzeug Teil desselben Systems sein können und trotzdem optimal funktionieren.

„Unsere Technologie ist in fast jedem autonomen Fahrzeug zu finden, doch man merkt es vielleicht nicht“, sagt Johanna Turesson, Leiterin der Abteilung Produktmanagement bei Kollmorgen. „Unser Partnernetzwerk umfasst mehr als 90 Fahrzeugbauer und -integratoren, die weltweit über 40.000 Fahrzeuge mit unserer Soft- und Hardware ausgestattet haben.“

Diese immense Erfahrung zeigt, dass die Experten von Kollmorgen das Potenzial der Interoperabilität bereits vor allen anderen erkannt haben. Eine große Herausforderung ist die explosionsartige Vergrößerung vieler Lager, die von globalen Einzelhändlern vorangetrieben wird, die nie dagewesene Bestandsgrößen und Produktpaletten lagern.

„Früher waren Lagerhallen von der Größe eines Fußballfeldes die Regel, doch heute sind auch Lagerhallen von der Größe von zweieinhalb Fußballfeldern keine Seltenheit mehr“, so Johanna Turesson. „In einer solchen Umgebung sind viele verschiedene Aufgaben zu berücksichtigen, zum Beispiel ein ständiger Warenein- und ausgang, Kommissionierung, Verpackung und Versand. Dafür sind Fahrzeuge mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Einsatzparametern notwendig. Es ist daher sehr schwierig, eine ‚Einheitsgröße’ zu finden, daher die Notwendigkeit für Interoperabilität.“

AMR vs. FTF

Der Unterschied zwischen AMR- und FTF-Anlagen kann bei den Kunden manchmal für Verwirrung sorgen, da sie auf den ersten Blick ähnlich aussehen können. Dazu gehört auch der Irrglaube, dass die neuesten AMR-Systeme ältere FTF-Modelle ersetzen sollen. Tatsächlich handelt es sich bei beiden um gleichermaßen erfolgreiche Technologien, die für unterschiedliche Zwecke entwickelt wurden.

„Stellen Sie sich das Ganze so vor,“ meint Johanna Turesson. „Ein FTF kommt eher auf vordefinierten, geführten Pfaden im Raum zum Einsatz, während ein AMR in einer dynamischeren, flexibleren Umgebung arbeitet und in der Lage ist, bei Bedarf ‚spontan‘ neue Pfade zu wählen. Die beiden ausgezeichneten Technologien erfüllen unterschiedliche Anforderungen, weshalb ein AMR in bestimmten Umgebungen nicht sinnvoll ist. FTFs arbeiten mit hoher Effizienz in Umgebungen, die hohen Durchsatz und Vorhersagbarkeit erfordern, zum Beispiel in Fertigungsprozessen. Der AMR ist anpassungsfähig und kommt eher bei leichteren Lasten in Zusammenarbeit mit Menschen zum Einsatz.

Fazit: Neues Goldenes Zeitalter der Automatisierung?

Interoperabilität bringt zwar enorme Vorteile mit sich, doch es wäre ein Fehler anzunehmen, dass es auf dem Weg dorthin keine Herausforderungen gibt. Die Standards werden ständig weiterentwickelt, sodass noch viele Unsicherheiten bestehen. Die Übernahme der Standardkommunikationsschnittstelle VDA5050 auf sämtlichen Märkten und in allen Regionen dürfte für mehr Klarheit und Vertrauen in diesem Bereich sorgen.

Eine weitere Grauzone ist die Verantwortlichkeit bei Systemstörungen: Sind diese auf die Flottensoftware eines Anbieters oder auf das Fahrzeug eines anderen Anbieters oder auf die Schnittstelle zur Verbindung des ERP/WMS-Systems des Endkunden zurückzuführen?

Diese Fragen gilt es zu beantworten und die Interoperabilität spielt dabei eine immer größere Rolle, da die Benutzer ihr optimales Automatisierungspaket selbst zusammenstellen wollen. Von hier aus geht es nur noch bergauf für die Interoperabilität – sie geht von den Bedürfnissen der Endkunden aus und kann zu einem goldenen Zeitalter für optimale Automatisierungslösungen führen.

Über die NDC-Lösungen von Kollmorgen

NDC Solutions ist die branchenführende Plattform von Kollmorgen, die von Herstellern von Transportfahrzeugen zur Entwicklung fahrerloser Logistik-Automatisierungslösungen verwendet wird. Die Plattform besteht sowohl aus Software, um Fahrzeuge effizient zu leiten, als auch aus Hardware für die Navigation und Steuerung. Mit Kollmorgen NDC können Sie praktisch jede Art von Fahrzeug oder Roboter automatisieren und in jede Art von Materialhandling-Anwendung integrieren, in jeder Branche, weltweit.

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