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Die Entwicklung von Kollmorgen – Teil 2

20 Jun 2014
Bob White

Bevor er Europa verließ, wurde Frederick stolzer Vater eines kleinen Jungen – Ernest Otto. Er war das erste von drei Kindern. Die anderen beiden waren die Mädchen Hildegard und Dorthea. Über die ersten Jahre nach 1900 lassen sich aus verschiedenen Quellen nur einige wenige Informationen gewinnen. Fredericks Ehefrau Agnes Hunt, eine Engländerin, die er in Italien geheiratet hatte, reiste offenbar mehrmals zwischen England und Amerika hin und her, einige Male davon mit den Kindern. Otto wurde 1901 geboren und kam 1907, zwei Jahre nach Frederick, nach Amerika. Hildegard wurde 1903 geboren und kam 1910 nach Amerika. 1914, während des Ersten Weltkriegs, wurde Ottos jüngste Schwester Dorthea in Italien geboren.

Auch wenn die Informationen nicht eindeutig sind, so legen sie doch nahe, dass Agnes Hunt sich in Europa um die Kinder kümmerte und sie in die USA brachte, als Frederick in der Lage war, dort für sie zu sorgen. Vor den Unruhen in Europa floh sie zunächst nach Italien und dann in die USA. Otto wuchs in der Gegend um New York auf und besuchte schließlich in der Nähe von Philadelphia die Schule. Fredericks Geschäft hatte sich während des Krieges gut entwickelt. Kurz nach dessen Ende musste sich Kollmorgen jedoch anderen Märkten zuwenden. Er schloss Verträge mit Filmproduzenten ab und stellte sein optisches Know-how in den Dienst der jungen Unterhaltungsbranche.

Die goldenen Zwanziger hielten Kollmorgens Unternehmen am Leben, als eine rasch wachsende Zahl von Kinos seine Qualitäts-Projektionsobjektive benötigte. Doch Projektionsobjektive waren nicht das Einzige, was sein Geschäft am Laufen hielt. Wieder brachte Kollmorgen sein optisches Know-how ins Spiel – diesmal bei der Produktion von Zielfernrohren (noch heute können Sie diese hervorragenden Instrumente auf eBay finden). Selbst während der Weltwirtschaftskrise sorgte Kollmorgen dafür, dass seine Maschinen liefen und seine Angestellten ihre Arbeit behielten: Aus nicht verkauften Objektiven machte er Aschenbecher.

Kollmorgen Zielfernrohr Bear

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs stieg die Nachfrage nach optischen Geräten wieder stark an – Driftmesser, Zielgeräte, ausgereifte Navigationsinstrumente sowie anspruchsvollere U-Boot-Periskope wurden gebraucht. Die ersten optischen Instrumente mit Antireflexbeschichtungen waren Produkte der Kollmorgen Optical Company. Auch die ersten amerikanischen Kontaktlinsen wurden von Fredericks Unternehmen hergestellt. In nur fünf Jahren war das Unternehmen von 60 auf 600 Mitarbeiter angewachsen. Die optischen Systeme für das Norden Bombenzielgerät wurden von Kollmorgen in Zusammenarbeit mit dessen Erfinder entwickelt. Kollmorgen entwickelte und produzierte auch die Fernsichtgeräte für das „Manhattan-Projekt“.

Kollmorgen-Objektiv Anzeige für Kollmorgen-Zielfernrohr

Projektionsobjektiv Cinelux 35 Anzeige Ad im New Yorker Magazine, 1947

Der Krieg ist vorbei, das Geschäft boomt, und der kleine Otto, den wir am Anfang dieses Beitrags vorgestellt haben, ist jetzt 45 Jahre alt. Er ist mittlerweile ein versierter Geschäftsmann geworden und tritt jetzt als Präsident des Unternehmens an. Wenige Jahre später zieht das Unternehmen von Brooklyn, New York, nach North Hampton, Massachusetts.

Mit seinem Sohn Otto hatte Fredrick Kollmorgen den Ersten Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise und den zweiten Weltkrieg überlebt, indem er sich auf seine Kernkompetenz in der Optik konzentrierte. Sie waren gemeinsam der Entwicklung der Märkte gefolgt und als starkes Unternehmen aus den Wirren der Zeit hervorgegangen. Dieses Durchhaltevermögen ist ein Markenzeichen von Kollmorgen geblieben – wir haben einen langen Atem!

Über den Autor

Bob White

Bob White - Author
Bob arbeitet seit über 30 Jahren in einer Vielzahl von Positionen, einschließlich Applications Engineering, Product Marketing, Industry Marketing, Territory Management, Systems Engineering, Training und jetzt Digital Marketing bei Kollmorgen. Über ihn wurde nicht nur in etlichen Magazinen berichtet, er ist auch Mitgründer einer berühmten College Football Tradition: der Sousaphon Line Dance zu dem Song "Hokie Pokie". Er wurde in den vergangenen 30 Jahren bei jedem Virginia Tech Football-Spiel durchgeführt! 

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