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Sabotage!

07 Aug 2014
Stephen Kalafut

„Ihr Witzbolde habt nicht die geringste Chance! Mich kriegt ihr nicht klein!“So zog ich über mein Team her, nachdem ich gerade eine weitere Herausforderung gemeistert hatte. Jetzt wurde der Wettkampf hitziger. Von nur ein paar Tagen hatte ich ein Linearschlitten-System mit einem Servomotor und einem Antrieb aufgebaut und meine Teammitglieder aufgefordert, Fehler in mein System einzubauen, die ich nicht beheben können würde. Den "Sieger" würde ich zum Mittagessen einladen. Im Wesentlichen waren meine Kollegen Auftragssaboteure.

Ich wurde vom Posten eines Vertriebsingenieurs auf den eines Technischen Spezialisten umgesetzt. Im November erfuhr ich davon, und schon im Januar wohnte und arbeitete ich in einem Gebiet voller Kunden mit vielen Bedürfnissen und ohne örtlichen Support. Wie bereitet man sich auf so etwas vor? Das fragen auch Vorgesetzte immer, wenn ein Techniker eingestellt wird. Schulungen werden monoton und langweilig, PowerPoint-Präsentationen nutzen sich ab, und zu hören, dass man ein wenig mit einem neuen System ‚spielen‘ soll, ist, als sollte man ein wenig Wasserball spielen, bevor man schwimmen kann. Also dachte ich mir ein kleines Spiel aus, das mir beim Schwimmen lernen helfen sollte. Ich gebe es gerne an Sie weiter, sodass Sie es an Ihrem neuen Techniker ausprobieren können. Wenn Sie der neue Techniker sind, kann es Ihnen vielleicht helfen, den Kopf über Wasser zu halten.

Mit der freundlichen Verhöhnung meines Teams hatte ich es erst richtig aufgestachelt und seinen Sportsgeist geweckt. Nach ein paar Wochen gab es nichts, das ich nicht kannte. Jeder einzelne hatte sich eine andere Sabotage einfallen lassen. Falsche Motordaten im Antrieb, vertauschte Motorphasen, Fehler in der Verkabelung des Encoders usw. Eine Aufgabenstellung enthielt eine Ziel-Stabilisierungszeit, für die ich das System abstimmen musste. Bei einer anderen musste ich einen fehlenden Kontaktstift in einem Intercontec-Anschluss finden (dieser Saboteur hat den Besitzer des Kabels sehr traurig gemacht). Jedes Mal haben sie etwas anderes versucht. Und jedes Mal habe ich geprüft, geschwitzt und Fehler gesucht, bis ich es heraus hatte.

 

Funktionsdemonstration mit AKM-Servomotor

 

Zeit für die richtige Welt

Im Januar zog ich mit meinen neuen Fähigkeiten auf dem Gebiet der Fehlerbehebung in die weite Welt hinaus. Ich hatte unser kleines Spiel vorerst gewonnen. Ich war unbesiegbar und hatte eine Menge daraus gelernt. Auch wenn Kunden in der Lage sind, einen jedes Mal vor ein ganz neues Problem zu stellen, hatte ich bei diesem Spiel ein gutes Fundament für die Arbeit mit allen Systemen erworben. Ich empfehle es allen Niederlassungen, die einen Supporttechniker einstellen wollen. Und ganz wie in der richtigen Welt: Wer das Problem nicht lösen kann, muss ein Essen ausgeben.

Über den Autor

Stephen Kalafut

Stephen Kalafut - Author
Stephen arbeitet seit 6 Jahren bei Kollmorgen, in der Ausbildungsabteilung, als Vertriebsingenieur und als Field Applications Engineer. Er hat Freude an anspruchsvollen Vorort-Einsätzen, an Mannschaftssport und an der Natur.Er informiert sich stets über die neueste Technologie und ist neugierig auf das, was die Zukunft bringt. Stephen ist unter folgender Adresse zu erreichen:stephen.kalafut@kollmorgen.com

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