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Der Klang der Stille

20 Mai 2016
Ken Huffenus

Wenn man einen ruhigen Raum betritt, merkt man es sofort.

Was ist eigentlich Lärm? Die Antwort auf diese Frage lässt sich überraschend schwer in Zahlen ausdrücken, da sie von so vielen verschiedenen Faktoren abhängt:

  • Sind Sie in einem geschlossenen Raum oder im Freien?
  • Gibt es noch andere Hintergrundgeräusche?
  • Wie nah an der Lärmquelle befinden Sie sich?

Und das sind nur einige der relevanten Gesichtspunkte. Was als Ruhe angesehen wird, unterliegt dagegen in viel geringerem Maße subjektiven Kriterien. Ruhe erkennt man sofort.

Loud Noise In unserer durchautomatisierten Welt wird Lärm in der Regel als unvermeidliche Begleiterscheinung betrachtet. Einige meiner Kollegen sind ziemlich gut darin, die verschiedenen Geräusche von Schrittmotoren, Trapezgewindetrieben, Nocken, Getrieben usw. zu beschreiben: Wiuuuuuuu! Wiuuuuuuuuuuuuu! Wiuuuuuuuuuuuu – klack. Solange wir es nur mit einer Bewegungsachse zu tun haben, scheint das noch ganz erträglich zu sein. Aber stellen Sie sich ein Labor in einem Krankenhaus mit hunderten oder möglicherweise tausenden von Bewegungsachsen vor, die alle zur selben Zeit aktiv sind. Versuchen Sie einmal um 8 Uhr morgens, wenn eine riesige Anzahl Proben analysiert werden muss, in einem großen Labor eine ruhige Unterhaltung zu führen – das ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Aber nun zur eigentlichen Frage: Gibt es eine bessere Möglichkeit? Die Automatisierung gewährleistet den hohen Durchsatz, der zur Verarbeitung der Millionen von Proben erforderlich ist, die jährlich in Arztpraxen, Kliniken und Krankenhäusern anfallen. Wie können wir also den Durchsatz beibehalten (oder sogar steigern) und dabei den Lärm drastisch reduzieren? Ganz einfach: indem wir die Mechanik loswerden.

Die Direktantriebstechnik gibt es schon lange. Hier bei Kollmorgen produzieren wir seit den 1940er Jahren Direktantrieb-Torquemotoren für die automatische Positionierung der Teleskope von U-Booten. Weitere Branchen, insbesondere die Halbleiterproduktion, haben ihre Automatisierungsachsen in erster Linie aufgrund der Präzision und Zuverlässigkeit, die für die Fertigung und das Testen immer kleinerer Schaltkreise in ganzjährig rund um die Uhr laufenden Produktionsumgebungen erforderlich sind, weitestgehend auf Direktantriebstechnologien umgestellt. In Anwendungen für die medizinische Forschung und Labore haben wir es jedoch in hohem Maße mit indirekten Automatisierungsachsen zu tun. Ein Schrittmotor mit einem Getriebe treibt einen Riemen an, der eine Gewindespindel dreht, die wiederum eine Pipette auf und ab bewegt. Solche Anlagen sind in der Regel kostengünstig und ihre Präzision ist „gut genug“.

Aber was ist mit den Labortechnikern und Ärzten, die tagtäglich im selben Raum mit diesen Maschinen arbeiten müssen? In ihrem Fact Sheet zu Laborumgebungen führt die amerikanische Arbeitsschutzbehörde OSHA einige negative Auswirkungen des Lärms auf, darunter: Hörverlust, Tinnitus, Stress, Angstzustände, Bluthochdruck, Magen-Darm-Probleme und chronische Müdigkeit. Was wäre, wenn es einen Weg gäbe, den durch die Automatisierung verursachten Lärm um 50 % oder sogar 90 % zu verringern? Dieses Video veranschaulicht den Unterschied zwischen den Geräuschpegeln. Hören Sie gut hin. Mit welchen Geräten würden Sie lieber acht Stunden lang arbeiten? Bedenken Sie bei der Planung eines Labor-Automatisierungssystems die tatsächlichen Kosten einer Lösung, die gerade gut genug ist. Die Technik, mit der Sie jetzt ein paar hundert Euro sparen, kann etwas später krankheitsbedingte Kosten in Größenordnungen von mehreren tausend Euro verursachen. Die Kraft liegt schließlich in der Ruhe.

Über den Autor

Ken Huffenus

Ken Huffenus

Ken Huffenus ist zurzeit Global Marketing Manager für Kollmorgen Medical & Lab Automation. Er kann auf Erfahrungen aus über 15 Jahren in der Automatisierungstechnik zurückblicken, die er in einer Vielzahl von Funktionen vom Vertrieb bis zu Führungspositionen innerhalb der strategischen Marketinggruppe gesammelt hat. Die letzten vier Jahre verbrachte er mit der Leitung der Entwicklung des Geschäftsplans sowie der Produkttechnologie-Roadmap für die Kollmorgen Medical-Initiative.

Ken schloss sein Studium am Rensselaer Polytechnic Institute mit einem Bachelor of Science in Maschinenbau ab und erwarb anschließend, als er bereits bei Kollmorgen beschäftigt war, den MBA des Boston College. Weiterhin arbeitet er in der Diagnose Marketing Association (DxMA, https://www.dxma.org/) sowie mehreren anderen Industrieverbänden für In-vitro-Diagnostika und Laborautomatisierung mit. Ken ist am Standort Boston, MA tätig und zu erreichen unter: Ken Huffenus

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