Entwicklung von Robotern – Hollywood im Vergleich zur Realität

Dezember 22, 2017, by Emily Blanchard

Chimp RobotVor einigen Jahren habe ich mir die DARPA Challenge angesehen. Falls Sie die Challenge nicht kennen: Die Idee dahinter war, einen Roboter zu bauen, der ein Auto steuern, auf eine Leiter steigen, einen Griff drehen, eine Bohrmaschine benutzen und zahlreiche weitere Aktivitäten ausführen kann. Bei der Challenge hatte jeder Roboter eine Stunde Zeit, um diese Aufgaben auszuführen. Es ging alles eher langsam vonstatten. Für mich gab es zwei Gründe, mir das anzusehen: Erstens stammen einige gehäuselose Motoren im Roboter der Carnegie Mellon von Kollmorgen und zweitens bin ich Absolvent der Virginia Tech, die ebenfalls mit einem Roboter am Start war. Genauso interessant wie die Challenge selbst waren die Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Sie reichten von „Ist das langweilig“ über „Ich liebe diese Roboter“ bis zu „Was soll das?“ Ich habe Roboter gesehen, die diese Aufgaben mühelos bewältigen. Diese Dinger hier kippen dauernd um.“ Es gab seitens des Laienpublikums zahlreiche Kommentare dazu, wie langsam sich die Maschinen bewegten, dass sie nicht stabil waren und nur so einfache Aufgaben erledigen mussten, wie auf eine Leiter zu klettern. Schließlich kann ein 2-Jähriger eine Leiter hochklettern. Beim Lesen dieser Kommentare wurde mir klar, dass die Öffentlichkeit die Robotertechnik für weitaus fortgeschrittener hält, als sie tatsächlich ist.

Für mich bot die DARPA Challenge einige erstaunliche Ergebnisse. CHIMP, der Roboter der Carnegie Mellon, war der einzige in der ersten Runde, der ein Akkupack verwendete. Die anderen Teilnehmer hingen an Kabeln. Das bedeutet, dass die einzige Stromquelle für den CHIMP-Roboter die Akkus waren, die die Motoren in den Gelenken und alle anderen Funktionen versorgen mussten. In Hollywood-Filmen ist dies ein alter Hut, doch die Technologie zum Heben von schweren Lasten und Bewegen von Beinen in kompakter Bauform wird gerade erst entwickelt. Ob ein Roboter, der sich aufmacht, die Menschheit zu retten (CHIMP) oder der Roboter, der menschliche Arbeitskräfte an ihrem Arbeitsplatz unterstützen kann – wir nähern uns den Visionen aus Hollywood langsam an. Während diese Technologie sich entfaltet und zunehmend schneller auf die Märkte gelangt, sehen wir Veränderungen wie kompakte Knickarmroboter (Roboterarme) und kollaborierende Roboter (Cobots), die Seite an Seite mit uns Menschen arbeiten können.

Machine Design ConsiderationsIn der Vergangenheit waren große Knickarmroboter monströse Maschinen, die man hinter stabilen Schutzzäunen platzierte, um die Arbeiter im Werk vor Verletzungen zu schützen. Jetzt können diese Roboterarme so klein wie eine große Tischlampe sein und direkt neben ihren menschlichen Kollegen sitzen. Doch sie können nicht gleichzeitig hinter einem Schutzzaun sein und neben ihrem menschlichen Kumpel an der Maschine arbeiten. Ob Knickarmroboter oder andere Designs, diese Roboter haben immer noch sehr viel Kraft und können einen Menschen leicht verletzen. Also immer schön brav bleiben und den Menschen nicht verbrennen, nicht zerquetschen und nicht an den Haaren ziehen! Wir sind noch weit entfernt von der Star Wars-Welt aus den Siebziger Jahren, und doch könnten wir schon bald in einer Bar von einem Roboter bedient werden. Wir stehen an der Schwelle zu dieser Revolution. In Europa gibt es bereits einige Hersteller, die diese kleinen Industrieroboter fertigen, China trägt ebenfalls seinen Teil zur Entwicklung bei und die USA fachen den Wettbewerb mit der Produktion ähnlicher und neuer Varianten von kleinen und leichten Robotern an. Und wie sieht es mit Ihnen aus? Sind Sie bereit dafür, im Alltag und am Arbeitsplatz mit Robotern zu interagieren?

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