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Die Entwicklung von Kollmorgen – Teil 3

15 Aug 2014
Bob White

Während dieser Arbeiten durch Fredrick Kollmorgen wuchs in Deutschland Hugo Unruh auf, ein weiterer späterer Einwanderer in die USA. Hugo, der ungefähr so alt wie Fredericks Sohn Otto war, sah sich in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg mit den rauen Bedingungen einer galoppierenden Inflation und einer angeschlagenen Wirtschaft konfrontiert. Seine Familie ermutigte ihn, in die Vereinigten Staaten auszuwandern, um seine Träume zu verwirklichen.

Hugo hatte bereits einen Teil seiner Ausbildung in Deutschland absolviert. In Amerika schloss er die High-School ab und ging zwei Jahre aufs College. Um sein Studium zu finanzieren, arbeitete er bei einem Hersteller von Röntgengeräten als Mechaniker. Mit dem Motorhersteller Arnesen Electrical Company aus New York hatte er seine Nische gefunden. Hugo war recht erfolgreich und wurde zum Präsidenten des Werks einer Tochtergesellschaft in New Jersey (Ellacraft) befördert, als Arnesen infolge des Zweiten Weltkriegs expandierte.Nach dem Krieg ging das Geschäft zurück, und Hugo wurde wieder für die Muttergesellschaft tätig – als Geschäftsführer.

Nach dem Tod des ursprünglichen Besitzers und Meinungsverschiedenheiten mit dem neuen Besitzer wurde Hugo mit 42 Jahren arbeitslos. Es war jedoch schon immer Hugos Traum gewesen, eines Tages ein eigenes Unternehmen zu besitzen. Schnell sah er die Gelegenheit, die verbliebenen Anlagen und Materialien von Ellacraft aufzukaufen und seine eigene Firma zu gründen. Hugo schloss sich mit Lewis Renaldi zusammen, erwarb die Ausrüstung und gründete 1948 im Keller und in der Garage seines Hauses das Unternehmen Inland Motor.Warum der Name Inland? Die meiste Zeit seines Lebens hat Hugo in New York in der Nähe des Ozeans verbracht. Als er sein neues Unternehmen gründete, zog er nach Pearl River, ins Landesinnere.

Hugo Torquemotor

Hugo Unruh wickelt einen gehäuselosen Torquemotor

Ein Mythos behauptet, dass Hugo im Zweiten Weltkrieg von der Navy aufgefordert wurde, sein Unternehmen ins Landesinnere zu verlegen, um es vor Angriffen durch deutsche U-Boote zu schützen, die die Küsten von New Jersey und New York unsicher machten – schließlich produzierte er Motoren für die Gyroskope der Navy.Wie dem auch sei: Der Name Inland kommt jedenfalls nicht von „auf dem Wasser“ sein. Mit seinem Werk in Pearl River ging Hugo eine Forschungspartnerschaft mit dem MIT (Massachusetts Institute of Technology) ein, um Motoren für die Generatoren und Gyroskope des MIT Instrumentation Lab zu entwickeln. Das MIT zog Hugo hinzu, um verschiedene technische Herausforderungen im Zusammenhang mit speziellen rotierenden Anlagen zu lösen. Diese Arbeit führte zur Entwicklung der ersten gehäuselosen Torquemotoren für frühe Trägheitsnavigationssysteme von Raketen und Raumfahrzeugen.

Dieses revolutionäre Produkt, der gehäuselose Torquemotor, der in hunderten von Durchmessern und Baugrößen und mit den verschiedensten Drehzahl- und Drehmomentbereichen produziert werden kann, wurde zum wichtigsten und am schnellsten wachsenden Geschäftsbereich von Inland. Diese Art der technologischen Innovation rotierender Applikationen setzt Kollmorgen auch heute noch fort, wie zum Beispiel mit dem Cartridge DDR, der einen neuen Entwicklungsstand des gehäuselosen Torquemotors darstellt.

Umzug ins Landesinnere
Der Umzug ins Landesinnere von Brooklyn nach Pearl River

Über den Autor

Bob White

Bob White - Author
Bob arbeitet seit über 30 Jahren in einer Vielzahl von Positionen, einschließlich Applications Engineering, Product Marketing, Industry Marketing, Territory Management, Systems Engineering, Training und jetzt Digital Marketing bei Kollmorgen. Über ihn wurde nicht nur in etlichen Magazinen berichtet, er ist auch Mitgründer einer berühmten College Football Tradition: der Sousaphon Line Dance zu dem Song "Hokie Pokie". Er wurde in den vergangenen 30 Jahren bei jedem Virginia Tech Football-Spiel durchgeführt! 

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