Kollmorgen 100 Years

Kollmorgen Corporation feiert 100 Jahre Innovation

Kollmorgen feiert 2016 sein 100-jähriges Bestehen – einhundert Jahre mit innovativen Lösungen, die große Ideen verwirklicht, die Welt ein wenig sicherer gemacht und die Lebensqualität der Menschen verbessert haben.

Seit der Einführung des patentierten Periskop-Designs mit zwei Teleskopen des Gründers Dr. Friedrich Kollmorgen im Jahr 1911 und der Eintragung ins New Yorker Handelsregister am 22. März 1916 hat Kollmorgen sich beständig weiterentwickelt. Im Lauf der Jahre vollzog das Unternehmen eine Reihe von Fusionen mit gleichgesinnten Visionären, die sich auf Lösungen von Problemen durch die Entwicklung von Präzisionsprodukten fokussiert haben.

Über die Jahrzehnte hinweg hat Kollmorgen den Ruf als der Technologie- und Know-how-Führer in der Entwicklung und Fertigung von U-Boot-Periskopen für die US Navy erworben.

Zu Beginn der 1990er Jahre nahm das Unternehmen auch auf dem internationalen Markt eine führende Position ein.

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Kollmorgen 100 Years - Hugo Unruh

Während die Kollmorgen Optical Company wuchs, traf 1924 der Einwanderer Hugo Unruh in Amerika ein, der den rauen Bedingungen in seiner deutschen Heimat nach dem Ersten Weltkrieg den Rücken gekehrt hatte.

Hugo fand seine Nische beim Motorhersteller Arnesen Electrical Company aus New York. Als das Geschäft nach dem Krieg zurückging, fand er sich jedoch mit 42 Jahren arbeitslos und mit einem Nettovermögen von ca. 4.000 US-Dollar wieder. Er setzte dieses Kapital für den Kauf von Ausrüstung und Material ein und schloss sich mit einem Geschäftspartner zusammen, um das Unternehmen „Inland Motor“ zu gründen.

Ein großes Problem bestand darin, einen geeigneten Standort zu finden, und so nahm Inland Motor 1948 den Betrieb in den Kellern, Garagen und sogar in den Küchen der Privathäuser der beiden Gründer auf. Hugos Ehefrau Eleanor wickelte die ersten Anker und buk die Isolierung in ihrem Küchenofen.

Inland Motor wuchs schnell, sodass die Produktion 1949 in einen Garagenkomplex in Pearl River, New York verlegt werden musste. Während seiner vorherigen Tätigkeit hatte Hugo für das MIT Instrumentation Lab Motoren Generatoren und Motoren für Gyroskope gebaut. Das Labor griff auch bei Inland auf Hugo zurück und nahm seine Dienste für die Lösung von speziellen Problemen bei rotierenden Maschinen in Anspruch, wie sie zum Beispiel bei den frühen Navigationssystemen für Raketen und Raumfahrzeuge auftraten. Die Kardan-Antriebe dieser Systeme erforderten einen vollständig neuen Motortyp. Dies führte zur Einführung der von Hugo entwickelten revolutionären gehäuselosen Torquemotoren.

JFK & Kollmorgen Periscope

Diese Motoren wurden zum wichtigsten und am schnellsten wachsenden Geschäftsbereich von Inland. 1957 hatte der Umsatz mit den gehäuselosen Torquemotoren stark angezogen, und das Werk in Pearl River platzte mit 60 Mitarbeitern aus allen Nähten. Von den Vorzügen der Stadt Radford in Virginia überzeugt, entschied sich Hugo, die Produktion weiter ins Landesinnere in ein Gebäude im Besitz der Stadt zu verlagern, das zuvor eine Textilmühle beherbergt hatte. Am 1. November 1958 richtete eine Vorhut von sechs Mitarbeitern aus dem Werk Pearl River, unter denen sich auch Hugo befand, eine Produktionswerkstatt in der 501 First Street ein. Zu diesem Zeitpunkt glaubte Hugo, dass das Werk viel größer als nötig wäre. Er ahnte nicht, dass Inland in nur vier Jahren nicht nur das gesamte Gebäude mit seiner Produktion auslasten sollte, sondern zusätzliche Räumlichkeiten für Büros benötigen würde. Ende 1960 waren alle Bereiche von Inland Motor nach Radford umgezogen.

1960 erzielte das Unternehmen erstmals einen Jahresumsatz von über einer Million Dollar. Ebenso hielt nach dem Zweiten Weltkrieg die Nachfrage nach Periskopen an, die auch bei Kollmorgen weiterhin für einen konstanten Auftragsstrom sorgte. Sowohl Inland wie auch Kollmorgen waren bis an die Kapazitätsgrenzen ausgelastet. Kollmorgen verfügte über die Ressourcen, die Inland weiterhalfen, und den Freunden Otto Kollmorgen, Sohn Friedrichs und damaliger Geschäftsführer von Kollmorgen, und Hugo wurde bald klar, dass ein Zusammenschluss für beide von Vorteil sein würde. In Mai fusionieren die Kollmorgen Optical Company und die Inland Motor Corporation zu einer öffentlichen Kapitalgesellschaft: der Kollmorgen Corporation.

1967 schlug Kollmorgen eine Fusion mit der Macbeth Corporation aufgrund der Synergien zwischen seinem Farb- und Spektrophotometriegeschäft und den Produktlinien von Macbeth vor. Der bekannte Innovator Norman Macbeth, dessen Vater die künstliche Tageslichtbeleuchtung erfunden hat, sah die Gelegenheit gekommen, die Verwirklichung seines Traums von einem kompletten Angebot an Licht- und Farbmessgeräten und -standards aus einer Hand zu beschleunigen.

Ein weiterer Pionier, Robert „Bob“ Swiggett, arbeitete 1949 als Projektingenieur bei Powers Chemco in Glen Cove im Bundesstaat New York, als ein Kollege ihm einen Bericht des US Army Signal Corps über grafisch produzierte Leiterbilder mit Leiterbahnen auf Phenolbasis vorlegte. Der Bericht inspirierte Bob zur Entwicklung von geätzten Leiterbahnen, aus denen eine Leiterplatte hergestellt werden konnte und stellte sie auf dem jährlichen Kongress des Institute of Radio Engineers vor. Die Messe und zahlreiche Kundenbesuche führten zu Musterbestellungen von RCA, GE und Delco Radio, sodass sich Bob und seine beiden Mitarbeiter gezwungen sahen, die Produktion im Keller von Chemco aufzunehmen.

Kollmorgen 100 Years - Engineers Working

1951 erreichte der Umsatz mit Leiterplatten die 50.000-Dollar-Marke, und die Photocircuits Corporation mit John D. Maxwell als Generaldirektor, Bob Swiggett als Stellvertreter und fünf weiteren Mitarbeitern wurde gegründet. 1952 entwickelte Photocircuits die Grundbausteine für die Leiterplattenherstellung: Epoxid-Glasfaserlaminat und Durchkontaktierungen. Dies führte zu einem Vertrag mit der US Air Force mit IBM als Partner. In der Produktion von Powers Chemco brach das Chaos aus: Die Leiterplatten wurden im Keller gedruckt, in einer 50 Meter entfernten Garage beschichtet und geätzt und schließlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Keller einer Bar montiert.

Die Produktion wurde 1956 in ein neues Werk in der Sea Cliff Avenue mit 3000 m² verlagert. 1967 näherte sich der Umsatz von Photocircuits der 10-Millionen-Dollar-Marke an. Das Unternehmen hatte an der Last seines Wachstums schwer zu tragen und benötigte Kapital zur Finanzierung seiner weiteren Expansion. Das Unternehmen erwog den Gang an die Börse, ein öffentliches Angebot belief sich jedoch auf lediglich 9 Millionen US-Dollar. In den frühen 1970er Jahren schlug Dick Rachals, Geschäftsführer von Kollmorgen und gleichzeitig ein alter Freund und Segelpartner von Bob, ein Geschäft vor. Kollmorgen und Photocircuits fusionierten im Februar 1970.

Bob und sein Bruder James sollten die „Schlankheit“ der Geschäftsleitung bei Kollmorgen revolutionieren. Ihr Konzept der Produktisierung, bei der alle Mitarbeiter in Produktteams Boni erhalten konnten, die Geschäftsleitung monatliche Meetings zur Besprechung der Geschäftssituation abhielt und jeder Mitarbeiter eine „umgekehrte Beurteilung“ durchführte, d. h. eine jährliche Beurteilung seiner Vorgesetzten, brachte das Unternehmen 1984 in die illustre Liste der „Top 100 Companies to Work for in America“.

Heute lassen sich 1500 Mitarbeiter weltweit von dem Innovationsgeist der Unternehmensgründer inspirieren. Unsere Teams setzen die Ideen unserer Kunden in die Realität um – oft mit nicht für möglich gehaltenen Ergebnissen. Das Unternehmen setzt seine Arbeit an Lösungen für die größten Herausforderungen in der Antriebstechnik fort und bereitet sich unter dem Dach von Fortive, einem 2016 aus Danaher ausgegliederten Konzern, auf die Zukunft vor.

Kollmorgen gehört damit zu einer exklusiven Gruppe von Marken, die in ihren Märkten als etablierte Marktführer anerkannt sind. Mit dem Rückhalt von Fortive ist Kollmorgen jetzt einzigartig positioniert, um Lösungen zu antizipieren, zu entwickeln, umzusetzen und zu beschleunigen, die die wichtigsten Bedürfnisse seiner Kunden erfüllen.

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